Klöster und Burgen in der Oberpfalz

Die Oberpfalz, Kern des frühmittelalterlichen Nordgaus, ist ein echtes Burgenland. Landesherrliche Burgen, Burgresidenzen und kleine Wehranlagen des Landadels wechseln sich ab. Obmals befinden sich die Burgen sogar in Sichtweite.

Detail Hof am RegenDie Burg Hof am Regen im Stadtgebiet von Nittenau ist eine etwas unscheinbare Anlage.  Die wahre Größe wird verschleiert durch "moderne" Überformung des alten Mauerwerks. Lediglich der romanische Wohnturm sticht nach der Restaurierung vor wenigen Jahren sofort ins Auge. Das erste Stockwerk des Wohnturms nimmt eine Kapelle ein, die sich auch über die Einfahrt zum Burginneren zieht. In der Kapelle ist auch das eigentlich interessante der Anlage zu finden: Die romanische Wandmalereien. Welche Bedeutung die beiden oberen Stockwerke genau hatten, ist heute noch unklar. Für einen Fluchtturm liegt eigentlich der Zugang mit 2 Metern Höhe zu niedrig. Allerdings gab es keinen direkten Zugang vom Sakralraum zu den oberen Stockwerken.  Der Durchbruch zur Empore ist eine Zutat aus späterer Zeit.  Vielleicht hatte man die Empore in die Überlegungen zur Verteidigung mit einbezogen.

Burg BrennbergEine erste Nennung der Burg Brennberg (Landkreis Regensburg) erfolgte im Jahre 967, ein Adelsgeschlecht, das sich nach der Burg Brennberg nennt, ist für Ende des 11. Jahrhunderts belegt.  Wie viele kleine Burgen so kam auch Brennberg im Mittelalter in den Einflußbereich Regensburg. 1276 war die Burg ein Lehen des Hochstifts Regensburg, gefolgt vom mächtigen regensburgeer Patriziergeschlecht der Auer. Diese führten nach ihrer Vertreibung aus Regensburg einen regelrechten Kleinkrieg von ihren Burgen aus gegen die Reichsstadt. Auch Brennberg wurde so in den Konflikt mit einbezogen.  An die Auer erinnert noch der sogenannte Auerturm. Von der ursprünglichen Anlage sindauf der Bergkuppe Reste des romanischen Bergfrieds erhalten. Das restliche Mauerwerk stammt hauptsächlich stammt aus späteren Epochen.  Im 19. Jahrhundert wurde das Mauerwerk teilweise abgetragen.

Hammer EttmannsdorfAls die moderne Kriegstechnik mit ihren Kanonen den Bau von Verteidigungsanlagen immer mehr verteuerte, konnte der landsässige Adel im Festungsbau nicht mehr mithalten. Die Herren verließen die kalten Höhenburgen und errichteten wohnlichere Schlösser und Herrenhäuser im Tal. Wo es möglich war, wurden die mittelalterlichen Anlagen auch umgebaut, das Schloss Fronberg in Schwandorf ist ein gutes Beispiel dafür. Im 16. Jahrhundert folgte noch ein anderer Typus, der vor allem im Naab und Vilstal vorkommt: Schlossartige Hammerhäuser. Diese waren nie zur Verteidigung gedacht, sondern sollten den Reichtum der Hammerherren, die nicht zwangsweise von Adel sein mussten, nach aussen demonstrieren. Das Bild zeigt die kleine Anlage von Ettmannsdorf (Stadt Schwandorf). Das prächtigste Beispiel für ein Hammerhaus ist sicherlich Schloss Theuern in Kümmersbruck (Landkreis Amberg-Sulzbach).

Kloster ReichenbachEine echte Macht stelle die kirchlichen Organisationen im Mittelalter dar. In der Region Regensburg war es das Hochstift Regensburg, das mit Hohenburg, Donaustauf und Wörth ein Fürstentum zu etablieren versuchte. Reichen Grundbesitz hatten auch die regensbuger Klöster Prüfenting und Emmeran.  Gerade Klöster waren es, die den Bayerischer Wald urbar machten und dafür nicht nur von den Landesherren reich beschebkt wurden. Die in sichtweite nebeneinander im Regental liegenden Klöster Walderbach und Reichenbach sind Gründungen der einst mächtigen Grafen von Cham. An Reichenbach sieht man heute noch die Wehrhaftigkeit der Klosteranlage, die eigentlich nur einmal wirklich getestet wurde. Die Hussiten belagerten das Kloster, mussten aber wieder abziehen.  In Brand geteckt hingegen wurde Walderbach. Die romanischen Wandmalereien in der Klosterkirche wurden glücklicherweise dabei nicht beschädigt und können noch heute bestaunt werden.

Weiterlesen: Der zentrale Ort Ostbayerns war im Mittelalter Regensburg, mächtiger als Nürnberg oder die Fuggerstadt Augsburg. Von München sprach man noch gar nicht. Hintergrundinfos zur Ritter-Zeit liefert das Mittelalter-Projekt und das LARP-Portal GeschichteLeben. Burgen in der Oberpfalz werden auch auf Ausflugsziele-Bayern besprochen  und Waldherz steuert die kulturellen Events im Oberpfälzer Wald bei.

Texte und Bilder stammen vom  Tourismus Marketing Experten und Suchmaschinenoptimierer Matthias Süß, der auf seinem Blog auch die touristischen Highlights Ostbayerns kurz zusammengefasst hat. | Rechtliche Vernatwortlichkeit für diese Unterseite. Die Bilder liegen auf Flickr (Profil Bayerischer Wald).
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